0

Clubkultur

Dimensionen eines urbanen Phänomens

24,95 €
(inkl. MwSt.)

Lieferbar innerhalb 24 Stunden

In den Warenkorb
Bibliografische Daten
ISBN/EAN: 9783593511764
Sprache: Deutsch
Umfang: 160 S.
Format (T/L/B): 1.2 x 21.6 x 14.2 cm
Auflage: 1. Auflage 2020
Einband: kartoniertes Buch

Beschreibung

Berlin gilt international als Zentrum elektronischer Tanzmusik. Die einzigartig vielfältige und dynamische Clublandschaft hat nicht nur das Image der Stadt geprägt, sondern ist selbst durchdrungen von Zeit- und Stadtgeschichte. Diese auf aktuellen Zahlen beruhende Studie erörtert erstmals die spezifische kulturelle Formation der Clubkultur anhand ihrer ästhetischen, sozialen und ökonomischen Dimensionen. Gezeigt wird, dass die heterogene Berliner Clubkulturlandschaft in ihrer Eigenständigkeit und Diversität einen relevanten Bestandteil der Stadtgesellschaft bildet.

Leseprobe

Die vorliegende Untersuchung wurde zwischen Februar 2018 und Dezember 2019 im Auftrag der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe des Landes Berlin an die Clubcommission Berlin, Verband der Berliner Club-, Party- und Kulturereignisveranstalter e. V. erstellt. Sie diente zur Fundierung und inhaltlichen Ausrichtung einer Online-Befragung von Clubbetreiber*innen und -besucher*innen (Primärdatenerhebung) in Verbindung mit telefonischen Expert*inneninterviews durch die Berliner Beratungs- und Forschergruppe Goldmedia, die Ende 2018 durchgeführt wurde, und umfasst als Zielsetzungen: eine vorläufige Eingrenzung des ClubBegriffs und damit des Untersuchungsgegenstandes; eine Charakterisierung der gegenwärtigen Berliner Clubkulturlandschaft vor dem Hintergrund ihrer Entwicklungslinien seit den 1960er Jahren in West und OstBerlin sowie von der Wende bis zur Gegenwart; die Konzeption eines allgemeinen Modells der Clubkultur als kultureller Formation, dass ihre gesellschaftlichen Bezugsfelder verdeutlicht und die Dimensionen aufzeigt, die bei der Entstehung und Entwicklung von Clubkulturen zum Tragen kommen; die Verknüpfung dieser Dimensionen mit fachwissenschaftlichen Diskursen (Kunst und Kulturwissenschaften, Kultursoziologie, Kulturökonomie) im Hinblick auf Ansätze zu einer theoretischen Fundierung des ClubkulturModells. Diese Untersuchung basiert auf einer umfassenden Sichtung und Auswertung vorliegender Quellen, Expert*innengesprächen sowie auf intensiven internen Diskussionen, die sich als eine Form der Kollaboration zwischen der Clubcommission Berlin, dem Archiv der Jugendkulturen Berlin und Positionen der Wissenschaft beschreiben ließe. Die an ihrer Entstehung Beteiligten sind sich darüber im Klaren, dass die Perspektive und der Radius ihrer Beobachtungen und Befunde stark davon abhängig ist, mit wem gesprochen und was bisher zu diesem Gegenstand veröffentlicht wurde. Die Literatur zur Berliner Clubkultur wie auch zur Clubkultur im Allgemeinen ist inzwischen durchaus vielfältig, es fällt jedoch auf, dass gerade im Hinblick auf Berlin immer wieder die gleichen - meist männlichen - Protagonisten im Mittelpunkt stehen, die ihre Geschichte erzählen, während andere weitgehend unerwähnt bleiben. Jede Form der Geschichtsschreibung erzeugt vermeintliche Eindeutigkeiten. So kommt auch eine Untersuchung wie diese - bei allem Bemühen um ein breiteres Verständnis von Clubkultur als einem Feld permanenter Aushandlungen von Positionen - bisweilen nur schwer darum herum, selbst in verklarender Absicht Mythen zu kolportieren. Neben vielem anderen ist die Berliner Clubkultur ein Mythos. Die Ergebnisse dieser Untersuchung werden im Folgenden zusammen mit den Ergebnissen der empirischen Erhebung wiedergegeben, deren Ziel in einem umfassenden Überblick über die aktuelle Club- und Veranstaltungsszene in Berlin und der Erfassung von deren kultureller, sozialer, wirtschaftlicher und stadtplanerischer Bedeutung bestand. Erfasst wurden alle Orte für Clubkultur in Berlin, bei denen eine Verankerung in bestimmten Szenen und ein musikprogrammbezogenes Profil erkennbar war sowie Veranstaltungsreihen in diesem Bereich. Grundgesamtheit: Befragt wurden alle Veranstalter*innen mit oder ohne eigener Spielstätte, die Mitglied der Clubcommission sind; alle Spielstätten in Berlin mit regelmäßigem Musikprogramm und eigener Community. Zur Grundgesamtheit wurden nicht gezählt MusikBars ohne regelmäßiges Programm; reine Eventlocations; reine Konzertveranstaltungsorte; rein kommerziell ausgerichtete Diskotheken. VORBEMERKUNG 9 Erfasste Clubs und Veranstalter 2018: Ermittelt werden konnten 280 aktive Akteure der Clubkultur (davon 226 mit eigener Spielstätte). Die Veranstalter*innenszene wird insgesamt als deutlich größer eingeschätzt, vor allem wenn man den informellen Sektor hinzurechnet (zum Beispiel Free Open Airs). Sie ist insgesamt sehr fluide, daher wurden nur regelmäßig stattfindende Veranstaltungsrei